Geschichte des Inner Wheel Club Wiesbaden-Kurpark

„Liebe rotarische Ehefrauen, sicher haben Sie schon gehört,

daß sich auch die Damen der Rotarier in einem freundschaftlichen Club zusammenfinden.

Haben Sie nie daran gedacht, sich in einem solchen zu engagieren und Ihre Kontakte zu erweitern?

Schon seit 1983 gibt es in Wiesbaden einen Inner Wheel Club,

der sehr erfolgreich arbeitet. Er hat jedoch inzwischen so viele Mitglieder, daß es an der Zeit ist, einen neuen Club zu gründen“.

 

So in etwa lautete der Brief, den viele noch nicht engagierte Ehefrauen von Rotariern Ende des Sommers 1996 von der Gründungsbeauftragten des Inner Wheel Distriktes,

Frau Hauptmann, erhielten, mit der Aufforderung,

sich im Hotel Klee zu treffen. Tatsächlich kamen etwa 14 interessierte Frauen, die aufmerksam den Schilderungen von

Frau Hauptmann über das Clubleben folgten.

Ich gestehe, daß ich - wie vermutlich die meisten von uns - 

ziemlich schimmerlos über Zusammenhänge und Rituale eines solchen Clublebens war. So neugierig wir auch waren, jede aus unterschiedlichen Gründen, baten wir doch um Bedenkzeit. Schließlich lud uns Frau Hauptmann zu einem neuen Termin ein, zu welchem gerade genügend zur Gründung eines Clubs erschienen. So wurde der Inner Wheel Club Wiesbaden-Kurpark am 29. Oktober 1996 mit 14 Mitgliedern ins Leben gerufen. Bereits einen Monat später traf sich das Fähnlein der Aufrechten das erste Mal.

 

Zunächst überflutete uns eine Woge von Formalien, Regeln und Satzungen mit den entsprechenden Verbandshierarchien einerseits, Beiträgen, Rundschauen,

Nadeln und Urkunden andererseits.

Und schon im kommenden April sollte die Inner Wheel-Weltkonferenz in Berlin stattfinden.

Um meine aufrechten Inner Wheel-Damen nicht zu vergrämen, versuchte ich mit den Mitteilungen über dieses neue Weltbild äußerst zurückhaltend zu sein. Schließlich wollte auch ich mich

im Dickicht von Personen und Ebenen erst besser auskennen.

 

Wir legten größten Wert darauf, uns zunächst in freundschaftlicher Atmosphäre

besser kennen zu lernen, was in kleiner Gruppe nicht sonderlich schwierig war.

So war ein privater Tee noch gut machbar und ohnehin eine gute Gelegenheit,

sich zu befreunden. Neue interessierte Damen kamen hinzu, so daß wir am Ende

des Inner Wheel Jahres bereits 19 Mitglieder zählten.

Ein anderer wesentlicher Inhalt unserer Treffen galt dem sozialen Engagement. Unsere Mitglieder hatten die verschiedensten Hinweise auf Nöte, die alle berührten.

Um uns besser zu informieren, luden wir Vertreter verschiedener Organisationen ein, die uns von ihrer Arbeit berichteten.

So kamen beispielsweise der Hospizverein, der Verein Advena,

das „Zwerg Nase“-Projekt der Städtischen Kliniken,

die Sozialstation der katholischen Frauen, der Kinderschutzbund, um nur einige zu nennen. Eine äußerst engagierte Dame

erzählte von einem erfolgreichen Hilfsprogramm in einer ukrainischen Stadt.

 

Schließlich galt es, die Charterfeier zu gestalten, wie sie

zu jeder richtigen Clubgründung gehört.

Wie gut, daß ich keine Ahnung davon hatte, als ich mein Amt übernahm. Die Planung war schwierig und langwierig,

bis schließlich alle das Fest dank großen Elans und Hilfsbereitschaft zu einem Erfolg führten.

Mit 21 Mitgliedern feierten wir am 25. Oktober 1997 die Charterfeier im Kurhaus. Der Vortrag von Prof. Heckmann über Goethe und Marianne v. Willemer, 

die sich möglicherweise im Christian-Zais-Saal des Kurhauses kennengelernt hatten,

wurde musikalisch von Liedern aus Goethes „West-östlichem Divan“ von

Schubert und Schumann umrahmt. 

Alle genossen das festliche Essen im Muschelsaal, geschmückt mit vielen Blumen und wunderschönen Kränzen.

 

Es wuchs nicht nur die Zahl der Mitglieder, sondern auch die freundschaftliche Atmosphäre,

in der sich Gäste bei uns wohl fühlen.

So fanden wir bald freundschaftlichen Kontakt zum Wiesbadener Schwesternclub,

der uns mit Rat zur Seite stand, und auf dessen Aktivitäten wir mit Bewunderung schauen.

Nach langen Geburtswehen haben wir sogar einen Wimpel.

Die Abbildung des Kurhauses auf der einen Seite soll an den

Inner Wheel Club Wiesbaden - Kurpark erinnern.

Die Rückseite hingegen zeigt das Blatt des Gingkobaumes, mit einer Zeile aus Goethes Gedicht

„Gingko Biloba“: „So daß ich eins und doppelt bin“.

Ein Hinweis auf die Verbindung zwischen Rotary und Inner Wheel.

 

Katharina von Bismarck